Traunstein nach Kleve. Eine Zusammenfassung

Montag Morgen war es soweit. Das Fahrrad wurde bestückt, mehrfach alles kontrolliert. Nichts vergessen? Wirklich sicher, das machen zu wollen? Alles wurde mit Ja beantwortet und so setzte sich das Rad in Richtung Bahnhof in Bewegung. Das Fahhrad und ich. Das Fahrrad 1 Jahr und ich 36 Jahre alt, waren festentschlossen von Traunstein aus unseren Weg in Richtung Alpen zu starten. Feste Ziele waren nur der Chiemsee und ein kleines verschlafenes Dorf in Oberbayern. Alles was dann folgen sollte wäre ein kleines Abenteuer.

Nichts ahnend, was uns noch erwartet, starteten wir in den ersten Tag. Die Berge nah, der Regen nass. Ein gutes Gefühl. Das erste Mal spürte ich in den Muskeln das, was man am Tag der Anreise nur vom Zugfenster sehen konnte. Asphalt, der sich in Richtung der massiven Berge schlängelt. Imposant und angsteinflössend wollten sie sein. Und sie waren es. Doch auch gutmütig. Sie waren zu keiner Zeit unbezwingbar und boten durch Serpentinen einen Weg durch sich hindurch, den man schaffen konnte. Dabei waren sie noch so gütig und schenkten, dem der sich traut mit dem Rad hineinzufahren, imposante Aussichten.

Doch das war nur der erste Tag. Die Alpen hinter uns, lagen noch ca 1000km vor uns. 1000km, die gespickt waren mit allem, was die Welt zu bieten hat. Strahlende Sonne, sengende Hitze, Flüsse, Täler aber vor allem viele Berge.

Der Chiemsee lag hinter mir und vor mir lagen die Hallertau, die fränkische Jura und der Hahnenkamm. Alles Gegenden, die einen Besuch wert sind. Man muss sich vorher darauf einlassen und sich vorbereiten. Eigenschaften die ich schmerzlich vernachlässigt habe. Doch wenn man erst die Natur in voller Pracht erlebt, abseits des typischen Touristenstromes, lernt man das Gegebene ein wenig besser zu schätzen. Auch die Achtung vor den Menschen, die tagtäglich damit leben müssen, steigt.

Aber es ist nicht alles bergig. Auch die Flusstäler haben einiges an Sehenswertem zu bieten. Schroffe Felsen, reißende Energie. Wasserwege, die sich über lange Zeit ihren Weg durch Stein geebnet haben. Burgen als Zeitzeugen längst vergangener Zeit. Imposant thronen ihre Überreste über den Köpfen der auch ihnen heute noch untergebenen Menschen. Umso imponierender das mancher Fluss einige hundert Kilometer einen Eindruck der Sanftmut hinterlässt. Eingepasst in ein flaches Land. Ruhig dahin ziehend.

Nicht zu vergessen ist der verschiedene Schlag Menschen, denen man in dieser kurzen Zeit trifft. Einige Tage in Bayern ging es über Rheinland-Pfalz und Hessen wieder zurück nach NRW. Jede Region ist anders. Speck ist in Hessen Rauchfleisch. Eine Frikadelle in Bayern eine Fleischpflanzerl. Es ist also nicht nur ein Abenteuer die Umwelt zu erleben, sondern vielmehr ein Überlebenskampf in einer fremden Zivilisation. Diesen Kampf aber kann der gewinnen der sich öffnet.

Nun nach 1015 Kilometer Strecke und über 5300 Höhenmetern auf der Gesamtstrecke ist meine Reise vorbei. Ein schönes Gefühl etwas geschafft haben. Wieso ich nichts von einer Panne berichtet habe? Es gab keine.

Distanz: 1035.51 km
Maximale Höhe: 800 m
Minimale Höhe: -62 m
Gesamtanstieg: 5443 m
Gesamtabstieg: -6004 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18.81 km/h
Total Time: 08:53:56

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