Transalp? Das ich nicht lache. Es lebe die Transrhine

Transalp? Was ist das? Eine kleine gemütliche Ausfahrt für Mountainbiker über einige Hügel, beginnend im Süden unserer Republik. Massenweise treibt es die Menschen den Berg hinauf und im besten Falle wieder auf der anderen hinunter. Doch was ist schon die Massendynamik gegen einen einzelnen, für sich fahrenden, Extremradfahrer wie mich. Trotzend dem Trend der müden Ausfahrten, entschloss ich mich etwas neues zu starten. Etwas was noch nicht da gewesen ist. Kraftraubend, grenzerfahrend und Todesmut sind einige der Stichworte die mir dazu einfallen. Ich initiierte am heutigen Tag, 13. Juli 2015 die #Transrhine.

Eine Veranstaltung dieser Größenordnung bedarf Vorbereitung, die ein Mann alleine nicht stemmen kann. Aus diesem Grund rief ich das Rheinüberqueungssonderteam ins Leben. Ein Team aus geschulten Menschen. Menschen mit Sachverstand in Statik, Aerodynamik und anderen Bereichen, welche ich nicht ausschreiben kann. Hauptaugenmerk in den Sitzungen lag darin, eine geeignete Art der Rheinquerung zu finden. Was sich anfänglich als nahezu unerreichbar abzeichnete, bekam eine schnelle Wendung. Einem im Kompetenzteam befindlichen Helfer kam die Idee, eine der vorhandenen Rheinbrücken zu benutzen. Nachdem die erste Hürde genommen war, taten sich weitere, komplizierte Fragen auf. Welche darf es denn sein? Aus Gründen der geographischen Nähe entschieden wir uns für die Rheinbrücke in Emmerich.

Nach weiteren zähen Verhandlungen mussten das Orga-Team und ich einen derben Rückschlag hinnehmen. Es wurde zur Auflage gemacht, keine Zuschauer zuzulassen und die dort befindlichen Ampelanlagen verkehrsgerecht zu benutzen.

Das Training erwies sich, erstaunlicherweise, als der leichteste Part. 3 Tage mit Einheiten von á 7-8 Minuten schufen die Grundlage der zu benötigenden Ausdauer. Einen Tag zur Erholung und mein Vorhaben startete. Leichtes einrollen über 10 Kilometer und erste kleine Anstiege hin zum Brückenkopf brachten die Oberschenkelmuskulatur auf Betriebstemperatur. Dann war es so weit. Ein letztes Blinken der »Signal kommt« Startampel und das folgende grüne Licht gaben den Start frei. Es war ein erhabenes Gefühl etwas Extremes zu machen. Mit dem Fahrrad über eine Rheinbrücke voller Energie – es war leider nicht möglich die Leistung aufzuzeichnen, da die Messelektronik Werte um die 70 Watt nicht mehr richtig zu messen vermag – während andere den sicheren Kontakt von mehr als 1000 Meter Gestein unter den Rädern spüren. Ich frei über dem Fluss, die anderen fest mit der Erde verbunden. Nun frage ich, ist es nicht Zeit die Transalp mit der Transrhine zu ersetzen?

Schlussendlich viel mir noch auf, dass der »Nachbrenneffekt«, welcher von den Fitnessgurus hinaufbeschworen wird, nichts bei der Querung hilft. Es brennt zwar nach, am Arsch, wenn die Hose nicht richtig sitzt und dann, wenn die Fahrt vorbei ist, jedoch nicht während der Fahrt. Eine Manipulation der Ergebnisse ist damit nicht zu erreichen. Und nun werde ich meinen geschundenen Körper erholen während der Rest ihre lockere Ausfahrt beenden.

Leave a Reply