Tag 9: Von Bingen nach Remagen

Der zweite Tag auf dem Rheinradweg ließ mich unschlüssig zurück. Hab ich durch die lange Zeit alleine auf der Straße meine Sprache verloren? Höre ich in den Gedanken was ich sage aber spreche es nicht aus? Alles nicht der Fall. Bis auf wenige Ausnahmen ist es mir heute untergekommen, dass alle starr gerade aus schauen, grimmig sind oder moppern, wenn man etwas zu sehr links fährt. Man könnte denken, dass man auf der Autobahn unterwegs ist: Jeder denkt an sich und die anderen sind egal. Wobei das miteinander der Radfahrer immer gelobt wird. Wie gesagt, es gibt Ausnahmen. Auch diese habe ich heute getroffen. Ein Ehepaar mit dem ich mich wechselnd überholte. Mal machten sie Fotos, mal ich. Da kann man in den kurzen Momenten schon einiges erzählen. In Koblenz jedoch verlor sich dann die Spur.

Sofort ist Koblenz etwas mystisches für mich. Okay, es ist das deutsche Eck und selbst dort verschwinden keine Schiffe. Viel mehr die Tatsache, dass das Wasser in der Mosel und im Rhein sich so ähnlich sehen, dass man erst mal gar nicht merkt, dass man irgendwie anders fährt als man wollte. Zum Glück stand der erste Richtungsweiser frühzeitig in meinem Weg. Da fiel es mir auf. Ein M für Mosel hat nichts mehr mit dem Männchen und den Zwei-Euro-Reifen zu tun. Bremsen, umdrehen und das ganze nochmal von vorne. Jetzt passte alles. Zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe, war allerdings ein Teil des Radweges in Koblenz gesperrt. Die Umleitung war jedoch gut ausgeschildert und man kam dahin, wo man hin wollte. Halt etwas später.

Was mir in den zahlreichen Artikeln vorher aufgefallen war, dass die tollen Burgen und Schlösser hervorgehoben werden und die Loreley usw. Das ist sicher alles toll und schön, gar keine Frage. Folgt man dem Rheinweg konsequent, sieht man auch die andere Seite. Die Industrie. Eine Wasserstraße ist auch für die Industrie wichtig und deswegen haben sich einige Firmen dort angesiedelt. Ein Walzwerk hab ich gesehen und diverse andere. Auch das sind Seiten des Radweges. Wenn man dann erstmal aus Koblenz raus ist, geht es auch über nicht mehr so schöne glatten Straßen weiter. Was dem Abenteuer Fluss aber keinen Abbruch bringt.

Aus einem dieser Ratgeber hatte ich den Tipp im Kopf, sich Bacharach anzuschauen und ich muss sagen: Ein Tipp der Gold wert war. Man fühlt sich um hunderte Jahre zurück versetzt und kann nicht glauben, dass 2014 ist. Eine schöne Stadt im mittelalterlichen Gewand. Wie auch die anderen kleinen Städtchen die auf dem Weg flussabwärts noch folgen. Wer Zeit und Muße hat, sollte hier auf jeden Fall ein wenig Zeit verbringen. Sie ist nicht rausgeschmissen.

Das Wetter hat mich als Nordrhein-Westfale verschont. Der Morgen in Bingen war echt angenehm und das Rad rollte super. Dazwischen konnte sich die Hitzekeule es sich nicht verkneifen zuzuschlagen. Ich habe mal gelesen, man sollte nicht zuviel trinken. Das wäre ebenso schädlich. Ich bin bei gefühlten 20 Litern, wenn nicht mehr angekommen. In Andernach, der letzten Pause, dann das was man sich wünscht: Es wurde kühler, die Sonne verschwand und es wurde windig. Dummerweise wünscht man sich das rheinabwärts. Von Bayern aus an den Niederrhein geht’s nun in Richtung Nordwesten und wenn sich da einer hinstellt und rumpustet. Die Wolken haben sich überholt und nach ein paar erfrischenden Tropfen kam die Sonne wieder. Das Fahrrad bakam auch eine Dusche in einer Selbstwaschbox.

Distanz: 114.82 km
Maximale Höhe: 130 m
Minimale Höhe: 18 m
Gesamtanstieg: 333 m
Gesamtabstieg: -375 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.41 km/h
Total Time: 09:57:48

 

Bingen am Rhein - Remagen

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