Tag 8: Von Rodgau nach Bingen

Heute vor einer Woche lag ich im ersten Hotelbett von vielen die noch folgen sollten. Der Grund war ein einfacher: Knapp über zehn Stunden saß ich in der Bahn und war in Richtung Traunstein unterwegs. So gesehen Halbzeit vom vorgebenen Maximum. Zeit ein kleines Zwischenfazit zu ziehen.

Extra für die lange Fahrt wurde seinerzeit noch der Brooks-Sattel besorgt und ich muss sagen, ich bereue es nicht. Anfänglich war ich jskeptisch, ob dass das Richtige für mich ist. Die Definition von weich war das genaue Gegenteil. Aber nun an Tag sieben geht es erst langsam los, dass es an den Backen zwickt. Sieben Tage voller Erlebnisse. Positiver wie negativer. Das Positivste, wenn es das Wort in der deutschen Sprache gibt, ist die Tatsache, das wirklich durchzuziehen. Nach den ganzen Beretappen war ein gewisser Zweifel vorhanden. Aus diesem Grund bin ich erstaunt, wie gut ich bzw. meine Beine diese weggesteckt haben. Ab und zu zwickt es zwar mal und auch das in den Tritt kommen fällt manchmal etwas schwerer. Sind ja aber doch schon ein paar Kilometer die ich seit dem abgerissen habe.

Gestern schrieb ich davon, dass ich froh war den Weg entlang des Rheines genommen zu haben.. Nicht nur meine Beine bedanken sich, sondern auch die Bremsen werden sich freuen. Langsam dafür stetig sind diese dem Ende nahe. Also blicken wir auf die reinen Daten zurück, nüchtern und knapp: Nüchtern sieht mein Rechner wohl anders. Habe alles verknüpft und wäre damit über 2000km gefahren. Das sehe ich anders. Nächster Anlauf: 714km sind bisher zusammengekommen. Die Höhenmeter habe ich nicht manuell berechnet.

Zum heutigen Tage: Ich bin in Rodgau gestartet oder wie ein Ministerpräsident sagen würde, ich bin in Rodgau in mein Fahrrad eingestiegen. Frühstück war spät dennoch bin ich eine Stunde früher losgekommen als gestern. Wie gesagt: Bei 34 Grad ist man um jede Stunde froh, die man früher loskommt. Die ersten 20 – 22km waren was die Temperaturen angeht ein Traum. Es ging einzig durch den hessischen Forst und das Garmin zeigte eine Temperatur von 25 Grad an. Angenehmer geht es fast nicht. Was mich zum überlegen angehalten hat, wieso die ganzen Wälder denn abgeholzt werden müssen.

Später stieß ich wieder auf den Main-Radweg. Und zwar kurz vor der Stadt Mainz. Diese hatte direkt eine Rätselaufgabe für mich. Auf dem Ortseingangsschild steht: “Landeshauptstadt Wiesbaden Stadteil Mainz-Kastel“ Ehm. Ist da noch jemand verwirrt oder hab ich etwas verpasst in der Zeit nahezu ohne Fernsehen? Also nichts wie auf und kurz in die Stadt. Etwas zur Stärkung suchen und einmal den Dom sehen.

Danach ging es dann entlang des Rheines, dachte ich. Ich entschied mich für den linksrheinischen Weg. Mein Ziel Bingen war ausgeschildert und das Zeichen des Rhein-Radweges. Mein kurzes Fazit zu der Entscheidung: Total die super Entscheidung. Zumindest dann, wenn man auf Baustellen, gesperrte Radwege und Industriegelände abfährt. Kurz nach Mainz dann aber ging es. Schön entlang des Rheines und auch zur Einkehr gäbe es mehr als genug Chancen, wenn man denn muss. Alles insgesamt eine entspannte Fahrt zum Mittelrhein.

Distanz: 92.28 km
Maximale Höhe: 207 m
Minimale Höhe: 83 m
Gesamtanstieg: 225 m
Gesamtabstieg: -273 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.68 km/h
Total Time: 07:33:53

 

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