Tag 7. Von Buchen im Odenwald nach Rodgau

Ein Morgen wie ich ihn bisher nicht kannte. Kein Frühstück, um fünf Uhr geweckt und Dauerregen. Nein, war ein Scherz. Es passte alles. Unterkunft und Frühstück auf der Sonnenterasse. Wunderbar. Das was ich bisher nicht kannte war die Tatsache, dass ich mich auf das Rad setze, die Füße hebe und losrolle. Es ging allen Ernstes direkt bergab. Ich war begeistert. Noch einen Tag bei der Hitze hätte ich auch sicher nicht durchgehalten.

Mir kam die Idee schon eher von der vorher festgelegten Route abzuweichen. MapSource hat mir ja so ziemlich jeden Berg mitgegeben den es finden konnte. Anfänglich hab ich mich ja darüber brüskiert, dass es keine Radwegeschilder gibt. Mittlerweile weiß ich wieso… Kein normaler Mensch würde da langfahren.

Abends beim Essen den ADFC Routenplaner angeschmissen und geschaut was der mir so bietet. Und siehe da: Diese Route ohne extreme Anstiege kam heraus. Kann auch nicht, wenn man an einem Fluss langfährt. Nicht dass mir die letzten Tage nicht gefallen haben, es war eben nicht das Radfahren wie man es als Niederrheiner eben gewohnt ist. Da ist alles flach und drei Tage Bergetappen reichen. Sicherlich ist das Langfahren an einem Gewässer nicht immer das interessanteste. Auf den ersten Blick.

Gerade die ausgeschilderten Wege – hier der Fernwadweg D5 – führen an alten Städtchen vorbei und bieten links und rechts die Möglichkeit, einzukehren. Alles das was mir bisher fehlte. Aus Fehlern wird man schlau. Einige Bilder konnte ich dann doch machen und wo viele radeln passieren Unfälle. Eine Familie überholte mich, nicht sonderlich schnell, aber schneller und fuhren ein Stück vor mir. Die Tochter, die den Windschatten des Vaters genoss, konnte nicht schnell genug auf dessen Fehler reagieren und hat sich erstmal halbwegs über den Lenker verabschiedet. Was war passiert? Die Beschilderung sagte, dass man sich halb links halten soll. Die Mutter sah es, gab von hinten das Kommando und der Vater zog ganz kräftig am Hebel. Ging ganz kräftig nach hinten los.

Nun sitze ich in einem Eiscafe, habe meine Bestellung aufgegeben und nicht bekommen. Statt Bitter Lemon 0,2 gab es 0,5 Liter. Was ne super Sache ist. Würde man sich nicht noch ein alkoholfreies Bier zusätzlich bestellt haben. Auch das Eis war ein Joghurt-Becher mit Früchten. Auf die Frage „Nummer drei?“ sagte ich, „Nein, sechzehn“ und bekam doch die drei. Und statt alkoholfreiem Bier gab es ein alkoholfreies Pils. Lecker war trotzdem alles.

Sonne, Hitze und keine Besserung in Sicht. Zugegeben, ich bin erneut zu spät losgekommen. Bereits um zehn Uhr war es schon mörderisch. Umso froher bin ich heute Abend, dass ich mir doch keinen Weg über die Berge gesucht habe. Das wäre für meinen Kreislauf das Ende gewesen. Kurz vor Rodgau waren zum Glück einige Kilometer durch den Wald. Schon erstaunlich, dass wir Menschen soetwas zerstören was so toll ist. Baut mehr Wälder statt Häuser. Die Hitze war dann auch, Achtung nun kommt niederrheinisch, in Schuld dass es keine Bilder mehr gegeben hat. Stehenbleiben war der sichere Weg, sich Medium garen zu lassen. Der Fahrtwind brachte zumindest das Gefühl einer Besserung. Wenngleich dieser auch warm war und am Ende noch schön aus der Richtung kam, in die ich wollte.

Distanz: 89.87 km
Maximale Höhe: 340 m
Minimale Höhe: 122 m
Gesamtanstieg: 296 m
Gesamtabstieg: -498 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18.94 km/h
Total Time: 07:05:36

 

Leave a Reply