Tag 2: Von Traunstein nach Prien

Heute war es soweit: Der erste richtige Tag meiner Reise lag vor mir. Das Wetter in der Vorhersage ließ nichts Gutes ahnen und so sollte es später auch kommen. Nach einer geruhsamen Nacht folgte das obligatorische ausgiebige Frühstück. Immerhin lag eine, wenn nicht die, schwerste Etappe vor mir. Ein Blick aus dem Fenster strafte den Wetterbericht erstmal Lüge. Erstmal.

Es ging los. Fahrrad aufgerüstet, Garmin bereit und los ging es die ersten Meter für mein Rad auf freistaatlichen Straßen und Radwegen. Es sind wirklich mehr Straßen. Landschaftlich muss man glaube ich nichts über die Region Chiemgau sagen. Es ist grandios, was die Voralpen für Motive bilden. Dicht behangen mit Wolken oder dem Dunst der aus den Wäldern aufsteigt und scheinbar den Berg folgend hinauf zieht. Da wird einem klar, warum es viele Menschen in den Urlaub in diese Region zieht.

Worüber ich nicht begeistert bin sind die Radwege. Wenn es diese gibt, muss man suchen. Das Paradoxe daran ist, das diese dann benutzungspflichtig sind. Hey, wie soll ich a) etwas benutzen, was ich b) nicht sehe und c) das passende Verkehrsschild so aufgebaut ist, dass man es erst in der Abfahrt bemerkt. Gut, die Landesregierung wird sich denken, dass außer ein paar depperten, Verzeihung, verrückten Mountainbikern sich niemand die Strapazen antut.

Den hiesigen Rennradlern folgend blieb ich eine ganze Zeit auf einer Bundesstraße und stellte erstaunt fest, wie diszipliniert die Autofahrer sein können. Niemand überholte in einer uneinsehbaren Kurve und der allergrößte Teil hielt genügend Abstand. Das sollte sich noch ändern.

Ich riss also meine Kilometer ab und hielt gefühlte zwanzigmal, um ein Foto der Landschaft zu machen. Mit Ureinwohnern kommt man hier nicht schnell ins Gespräch. Lag daran, dass keiner da war. Diese ganzen Fotostopps hielten von einem guten Stundenmittel ab. Das wird man später noch zu gut im Diagramm sehen können. Urlaub ist einmal und da muss man das ausnahmsweise in Kauf nehmen.

Nicht nur die Landschaft sieht toll aus. Die Bäche, Flüsse und Seen ebenso. Soviele reine Flüsse und Bäche habe ich selten gesehen. Man konnte bis auf den Grund schauen. Für mich eine faszinierende Sache. Ebenso die Tatsache, dass die Hügel hinauf nicht so schwer sind wie gedacht.

Kurz vorm Verlassen der Bundesrepublik Deutschland kehrte ich ein. Ein Grieche im schönen Örtchen Reit im Winkl wurde meines. Die Speisekarte draußen offenbarte mir, dass ich was zu Essen bekomme und das war das, wonach mir sehnte. Gegrilltes Lachsfilet, Kartoffeln und Gemüse: Wunderbar. Der Kellner/Besitzer – oder wer auch immer mir das Essen brachte – war weder Bayer, noch Grieche sondern Norddeutscher. Das klang amüsant. Der Versuch, bayerisch zu reden gepaart mit dem Versuch, einen griechischen Dialekt einzubauen… Unbezahlbar. Gegessen, bezahlt und raus. Was stand da? Warme Küche heute ab 17:30 Uhr. Es war gegen 14 Uhr. Was lief da schief? Zeitblase? Ich weiß es nicht und werde es nicht erfahren. Denn eine Kurve später und einen kleinen Anstieg war ich in Österreich.

Wer gerne über die Bundesstraßen in Deutschland meckert, der sollte durch Österreich fahren. Zumindest auf dem Stück das ich passierte, gab es mehr Schlaglöcher als Fahrbahnbegrenzungsstreifen. Und Radfahrer leben gefährlich, finde ich. Autofahrer mussten näher dran und die LKW haben es nicht mit 1,50 Meter Abstand. Jetzt wusste ich was ein Bekannter meinte, als er erstaunt sagte, dass es so was wie Radwege parallel zu Straßen kaum bis gar nicht gibt. Aber ist ja alles gut gegangen. PS: Diesel 1.319 Euro und Benzin 1.399 Euro.

Genauso langsam wie es hochging ging es nicht bergab. In einer wahnwitzigen Steilfahrt überquerte ich die Grenze und das unbeobachtet. Danach folgte erneut eine Wetterkapriole. Es fing an wie aus Eimern zu schütten. Zuvor wechselten sich schöner blauer Himmel und dunkle Wolken ab. Das waren Gründe für die Zwangspausen. Regenklamotten an, aus, an, aus. Doch dann hatte Petrus ein Einsehen und die letzten 15km waren schön sonnig.

Kurz vor Prien, meinem selbsternannten Etappenziel, eine Umleitung. Dieser folgte ich und wie soll ich sagen: Wäre ich stur der Umleitung gefolgt, wäre ich immer noch auf der A8 aber nicht mehr in Prien, sondern in München. Ein älterer Herr sagte mir er wüsste nicht wie man nach Prien kommt, aber Richtung Chiemsee sei nicht verkehrt. War mir klar. Aus dem nichts soetwas wie ein Fahrradleitsystem, das ich aus NRW kenne: Prien hier, Prien da. Das eine länger das andere kürzer. Ich entschied mich für die kurze Variante, checkte in einem Hotel ein, setzte mich auf den Balkon und schrieb diesen Bericht.

Gefahrene Route

Traunstein – Ruhpolding – Reit im Winkl – Kössen (Österreich) – Marquartstein – Prien

Distanz: 83.82 km
Maximale Höhe: 800 m
Minimale Höhe: 524 m
Gesamtanstieg: 519 m
Gesamtabstieg: -604 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.88 km/h
Total Time: 07:37:50

 

Von Traunstein nach Prien. Entlang der Alpen

Tag 1 meiner langen Reise vom Chiemsee an den Niederrhein. Heute ging es von Traunstein entlang der Voralpen nach Prien

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