Light On, Drive Secure

Herbstzeit. Draußen wird es kalt, früh dunkel und alle verfallen irgendwie in den vorweihnachtlichen Stress. Die Fußgängerzonen sind voll und auch die geteilten Rad- und Fußwege. Konflikte sind vorprogrammiert. Alles kein Problem mit dem passenden Licht. Und genau darum geht es mir. Im Dunkeln zu fahren ist schön.

Vieles ist nicht mehr zu erkennen, wenn die Straße vollkommen im Dunkeln liegt. So auch der Wald links und rechts, den ich durchquere, wenn es in Richtung Niederlande geht. Jede Seitenstraße die gequert wird, birgt ein nicht zu vernachlässigendes Risiko. Ganz gleich ob Licht, Reflektionsweste oder ganz im Dunkeln. Doch irgendwann ist das Abenteuer Vorort überstanden und es geht kilometerlang nur noch durch den Wald. Die Autos, die ebenfalls in diese Richtung fahren, leuchten den Radweg schön aus. Das freut mich, das freut mein Rad und ich würde auch etwaige Wildschweine früh genug sehen. Ganz abgesehen von den Laubhaufen, die überall auf dem Weg liegen. Ein gewisses Risiko macht ja Spaß, doch kommen Zweifel auf, ob sich da nicht jemand einen so genannten Spaß gemacht hat und etwas unter dem Laub versteckte.

Kommt einem aber nun einer entgegen, wo der Scheinwerfer falsch eingestellt ist, wird es schon schwierig den passenden Weg zu finden. Getreu dem Motto der Autofahrer: „Man fährt immer dahin, wo man hinschaut“, wandert der Blick dann nach rechts unten, um noch einen Fitzel vom Radweg zu erhaschen. Der Vorteil, den der Radweg bietet, der in beide Richtungen befahren werden darf, wird auf der Rückfahrt zum Nachteil. Die Autos, die einem vorher zeigten wo es langgeht, blenden fast nur noch. Ja, okay. Fast nur noch wäre übertrieben. Es gibt genug, die ihre Leuchten im Griff haben. Und damit meine ich die Leuchtmittel in deren Kraftfahrzeug. Im Herbst muss man eben schon früh die Lampen an haben. Doch dann gibt es die Blender. Mindestens eine Lampe ist falsch eingestellt und scheint durch die Augen bis an den Hinterkopf. Dadurch, dass die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, ist es nicht schwer sich auf den Weg zu konzentrieren, sondern es schmerzt auch. Mir zumindest.

Ja, ich weiß, Fahrradfahrer können das auch und ich würde mich auch nicht davon freisprechen, dass ich meine Lampe etwas zu hoch eingestellt hätte. Doch was kann man da machen? Bei einem Auto ist es es leicht. Die Leuchten in einer Werkstatt kontrollieren lassen und die Leuchtweite passend der Beladung einstellen. Grundlagen die jedem Kraftfahrzeugfahrer klar sein sollten. Bei einem Rad sehe ich es variabler. Ganz zum Anfang sei gesagt, dass wir in Deutschland natürlich auch für die Leuchtweite ein passendes Gesetz haben. Und ganz ehrlich, es ist schon am Abend als ich das hier schreibe und ich muss gestehen, ich hab den Absatz nicht auf Anhieb verstanden. Wer sich genau damit beschäftigen möchte. StVZO §67 (3). Darin ist alles genau erklärt.

Ich handhabe das ganze so: In der Stadt muss ich nicht wirklich sehen. Die Beleuchtung der Stadt reicht, dass ich sehe, wo ich langfahre. Da geht es mir mehr darum, dass ich gesehen werde. Da wird dann der Schweinwerfer etwas höher gestellt. Natürlich steigt dadurch die Gefahr andere zu blenden. Wohl dem, der einen Verkehrsteilnehmer findet, der ihn ordenlich darauf aufmerksam macht. Wie z.B. heute auf dem Weg nach Holland, durch den Wald, da lass ich den Schweinwerfer mehr das Nahfeld ausleuchten. Im Idealfall fährt kein Auto auf dem Radweg und mir bringt es mehr zu sehen, ob und wenn ja welche Hindernisse im Weg sind. Angepasst wird das Nahfeld noch durch die Geschwindigkeit. Bei einer höheren Geschwindigkeit ist es durchaus wichtig zu sehen, was etwas weiter vor jemanden los ist. Das Stichwort ist Reaktionszeit. Zu hoch, zu niedrig, eigentlich egal. Hauptsache Licht an. Es ist sehr gefährlich komplett im Dunkeln zu fahren. Und wenn sich das Licht an Verkehrschildern reflektiert, dann steht die Lampe bestimmt zu hoch. In diesem Sinne: Light On, Drive Secure.

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